Ansible Molecule¶
Siehe auch
- Verwandte Artikel
- Offizielle Dokumentation
- Linuxfabrik
Molecule ist das Standard-Test-Framework für Ansible-Rollen und -Collections. Es automatisiert
das Aufsetzen einer isolierten Testumgebung (typischerweise ein Container), spielt dort die
zu testende Rolle ein, prüft das Ergebnis und räumt hinterher wieder auf. Damit lassen sich
Ansible-Automatisierungen reproduzierbar testen, ohne eine echte Zielmaschine
zu beanspruchen. Molecule gehört zu den ansible-dev-tools und wird von Red Hat als
offizielles Testwerkzeug gepflegt.
- Begriffe
converge: die eigentliche Test-Phase - hier läuft das zu testende Playbook gegen die Testumgebung.
Driver: das Backend, das die Testumgebung provisioniert. Gebräuchlich sind
podman,docker,vagrantunddelegated(für bereits vorhandene Umgebungen).idempotence: zweiter Lauf von
converge. Ansible muss dabeichanged=0melden, sonst ist die Rolle nicht idempotent.Szenario: ein Satz Testdateien unter
extensions/molecule/<name>/. Jede Collection bringt mindestens ein Szenario (typischerweisedefault) mit. Weitere Szenarien für spezifische OS-Varianten (z.B.rhel,debian) sind üblich.verify: optionale Akzeptanzprüfung mit einem externen Tool, z.B. Testinfra oder Ansible-Assertions.
Installation¶
Die Installation erfolgt in einer dedizierten venv. Als Driver-Backend wird podman
verwendet - rootless und auf RHEL 8+ standardmässig verfügbar.
dnf --assumeyes install podman
python3 -m venv ~/venvs/molecule
source ~/venvs/molecule/bin/activate
python3 -m pip install --upgrade pip
python3 -m pip install ansible-dev-tools 'molecule-plugins[podman]'
ansible-galaxy collection install containers.podman community.general
Versionen prüfen:
molecule --version
ansible --version
Szenario in einer Collection anlegen¶
Innerhalb einer bestehenden Ansible-Collection (z.B. lfops) wird ein Default-Szenario
initialisiert:
source ~/venvs/molecule/bin/activate
cd lfops
mkdir --parents extensions
cd extensions
molecule init scenario
# optional: additional scenarios for specific OS variants
molecule init scenario rhel
Struktur nach init:
lfops/extensions/molecule/
+-- default/
| +-- converge.yml
| +-- create.yml
| +-- destroy.yml
| +-- molecule.yml
| +-- verify.yml
+-- rhel/
+-- ...
Verschachtelte und gruppierte Szenarien¶
Molecule erlaubt es, Szenarien verschachtelt und gruppiert anzulegen:
lfops/extensions/molecule/
+-- config.yml
+-- default/
| +-- converge.yml
| +-- create.yml
| +-- destroy.yml
| +-- molecule.yml
| +-- verify.yml
+-- rhel/
| +-- rhel8/
| | +-- converge.yml
| | +-- create.yml
| | +-- destroy.yml
| | +-- molecule.yml
| | +-- verify.yml
| +-- rhel9/
| | +-- ...
| +-- rhel10/
| +-- ...
+-- debian/
+-- debian11/
| +-- ...
+-- debian12/
| +-- ...
+-- debian13/
+-- ...
Die einzelnen Szenarien werden dann mit ihrem relativen Pfad bezüglich extensions/molecule aufgerufen. Bei diesem Beispiellayout wird das RHEL-9-Szenario mit molecule test --scenario-name rhel/rhel9 ausgeführt.
Alle Szenarien einer Gruppe können gleichzeitig ausgeführt werden, indem eine Pfad-ähnliche Wildcard verwendet wird. Beim oben genannten Beispiel kann die gesamte debian-Gruppe mit molecule test --scenario-name 'debian/*' auf einmal getestet werden.
Bemerkung
Dieses Molecule-Konzept ist eine reine Gruppierung. Es gibt keine Vererbung der Testkonfiguration oder der Playbooks zwischen den Szenarien.
Konfiguration¶
Zentrale Datei ist molecule.yml pro Szenario. Beispiel mit Podman-Driver und einem
Rocky-9-Container:
driver:
name: 'podman'
platforms:
- name: 'rocky9'
image: 'rockylinux/rockylinux:9'
pre_build_image: true
privileged: true
command: '/usr/sbin/init'
provisioner:
name: 'ansible'
verifier:
name: 'ansible'
Der zu testende Code landet in converge.yml:
- name: 'Converge'
hosts: 'all'
tasks:
- name: 'apply my role'
ansible.builtin.include_role:
name: 'my_role'
Testablauf¶
Molecule unterteilt einen Testlauf in einzelne Phasen:
dependency: Installation aller benötigten Abhängigkeiten auf dem Ansible Controller (Collections, Rollen, Playbooks).create: Provisionierung der Testumgebung (Container, VM, Cloud-Instanz).prepare: Vorbereitungen in der Testumgebung, die nicht zum eigentlichen Test gehören (z.B. SSH-Keys einrichten,python3nachinstallieren).converge: der eigentliche Test - hier wird die zu testende Automatisierung ausgeführt.idempotence: zweiterconverge-Lauf. Wenn Ansible dabei Änderungen meldet, ist die Rolle nicht idempotent.side_effect: separate Automatisierung, die auf unerwünschte Nebeneffekte testet.verify: Validierung expliziter Akzeptanzkriterien. Typischerweise mit Testinfra oder mit Ansible-Assertions.cleanup: Entfernen temporärer Daten, die während des Tests entstanden sind.destroy: Abbau der increateaufgesetzten Testumgebung.
Reihenfolge und Umfang der Phasen werden in molecule.yml definiert:
scenario:
test_sequence:
- 'dependency'
- 'create'
- 'converge'
- 'verify'
- 'side_effect'
- 'verify'
- 'destroy'
Mit molecule test wird die komplette Testsequenz ausgeführt. Einzelne Phasen lassen sich
auch gezielt aufrufen, z.B. um Container oder VMs nach converge zu inspizieren, bevor
sie gelöscht werden. Dabei werden stets alle Phasen der Testsequenz bis zur angegebenen
Phase mitgeführt - ein molecule converge durchläuft bei der Standardsequenz also
dependency, create, prepare und converge.
Molecule Cheat Sheet¶
source ~/venvs/molecule/bin/activate
cd lfops
# full test sequence
molecule test
# only the rhel scenario
molecule test --scenario-name rhel
# step by step, for debugging
molecule create # bring up the container
molecule converge # apply the role
molecule login # log into the container
molecule verify # only the verify phase
molecule destroy # clean up
# verbose output
molecule --debug test
# reset Molecule's internal state after scenario config (molecule.yml) changes
# (test infra should be fully deprovisioned before running this command)
molecule reset
Troubleshooting¶
Error while fetching server API versionoderpodman.service: Failed to startDer Podman-Socket ist nicht erreichbar. Für den aktuellen Benutzer den User-Socket starten:
systemctl --user enable --now podman.socket. Im CI-Umfeld zusätzlichDOCKER_HOST=unix:///run/user/$(id -u)/podman/podman.sockexportieren.Failed to import the required Python library (requests)beim Podman-DriverDas Python der venv findet den Podman-Client nicht, oder die Abhängigkeiten fehlen.
python3 -m pip install 'molecule-plugins[podman]'in der venv erneut installieren.- Molecule bricht mit
idempotence: changed tasksab Die Rolle ist nicht idempotent: ein zweiter Lauf würde auf der produktiven Maschine erneut Änderungen anwenden. Typische Ursachen sind
command/shellohnechanged_when,copyohnemode:, oder Template-Rendering, das Zeitstempel oder eine zufällige Reihenfolge enthält.The scenario config file (...) has been modified since the scenario was createdam Anfang eines RunsMolecule ist für interaktive, iterative Nutzung gebaut, die Phasen lassen sich also einzeln aufrufen. Deshalb prüft Molecule zwischen den Aufrufen, ob sich die Szenario-Definition geändert hat. Nach einer Änderung an der
molecule.ymlmuss vor dem nächsten Testlaufmolecule resetden internen Zustand zurücksetzen; existiert die Test-Infrastruktur noch, vorher mitmolecule destroyaufräumen. Einmolecule destroyallein reicht nicht. Die Warnung ist an dieser Stelle ungünstig bis irreführend formuliert.